Drohnen Ticker

20161104-YUN00071Es weihnachtet sehr…

Unter vielen Weihnachtsbäumen werden in diesem Jahr wieder kleine Drohnen liegen. Die Mini-Flugroboter werden immer leistungsstärker und günstiger. Vor dem Aufsteigen der unbemannten Flugobjekte gibt es aber einiges zu beachten.

Wie sehen Drohnen aus und wofür lassen sie sich verwenden?

Die Flugroboter bestehen aus einem Gestell, an dem mehrere Rotoren befestigt sind, die für Auftrieb sorgen und zugleich die Steuerung übernehmen. Sie werden daher oft auch unter Namen wie Multikopter, Quadrokopter (mit vier Rotoren) oder Hexakopter (mit sechs Rotoren) angeboten. Zusätzlich können die Drohnen zum Beispiel eine Kamera befördern. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland derzeit rund 400.000 privat und gewerblich genutzte Drohnen.

Was kosten Drohnen – und kann ich sie selbst bauen?

Die Preisspanne ist groß. Basismodelle für den Privatgebrauch gibt es bereits ab etwa 20 Euro. Sie haben aber keine integrierte Kamera, nur eine kurze Flugzeit und eine geringe Reichweite. Für bessere Modelle muss man schon mehrere hundert Euro auf den Tisch legen. Für professionelle Drohnen werden mehrere tausend Euro fällig. In Modellbau-Geschäften oder auf entsprechenden Internetseiten können sich Interessierte alle nötigen Bauteile auch selbst zusammensuchen.

Brauchen Hobby-Drohnenpiloten eine Flugerlaubnis?

Für elektrisch angetriebene Modelle, die weniger als fünf Kilogramm wiegen, ist keine besondere Nutzungserlaubnis oder spezielle Schulung notwendig – vorausgesetzt, die Drohne wird nicht zu kommerziellen Zwecken genutzt.

Die Geräte dürfen auch von Kindern geflogen werden. Allerdings sollten Erwachsene dabei die Aufsicht behalten.

An welche Regeln müssen sich Hobby-Piloten halten?

Sie dürfen ihr Flugobjekt nur so weit fliegen lassen, dass sie es noch mit bloßem Auge erkennen können, und nicht höher als 100 Meter. In der Nähe von Flughäfen dürfen Drohnen nicht in die Lüfte steigen; dort gilt ein Sicherheitsabstand von 1,5 Kilometern. Wer näher ran will, braucht eine Erlaubnis. Auch über großen Menschenmengen, militärischen Objekten, Krankenhäusern, Katastrophengebieten, Kraftwerken und Gefängnissen darf generell nicht geflogen werden.

In den Bundesländern sind die Bestimmungen nicht einheitlich. Hamburg beispielsweise gilt generell als Flugverbotszone für Drohnen, in Berlin benötigen Hobby­Piloten nahezu stadtweit eine Aufstiegsgenehmigung.

Welche rechtlichen Probleme gibt es?

Eine private Drohne, die mit einer Film- und Fotokamera ausgestattet ist, darf im Flug nicht alles und jeden ohne Erlaubnis ablichten. Menschen, die auf Aufnahmen zu erkennen sind, können die Veröffentlichung oder Weitergabe von Bildern oder Filmsequenzen übers Internet oder andere Kanäle untersagen. Nach einem Urteil des Amtsgerichts Potsdam verletzt es das Persönlichkeitsrecht, eine Flugdrohne über das Nachbargrundstück zu steuern und Fotos zu machen (Az. 37 C 454/13).

Ist eine spezielle Versicherung notwendig?

In der Regel ja. In den meisten Fällen schließt die private Haftpflichtversicherung Schäden durch Drohnen nicht ein, wenn etwa eine Stromleitung beschädigt oder ein Mensch verletzt wird. Darauf verweist der Bund der Versicherten (BdV). Vor dem Start einer Drohne sollten Hobby-Piloten mit ihrer Versicherung klären und sich schriftlich bestätigen lassen, ob die bisherige Police aufkommt. Ansonsten sollte eine Extra-Versicherung abgeschlossen werden, die ab etwa 40 Euro zu haben ist. Auch Modellflugvereine bieten eine Versicherung bei Nachfrage oder über eine Mitgliedschaft an.

Welche Änderungen sind in Zukunft geplant?

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Gesetzesregelung für Drohnen verschärfen. Wer Drohnen oder Modellflugzeuge mit einem Gewicht von mehr als 250 Gramm fliegen lassen will, soll künftig eine Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers anbringen.

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